Lesende haben den Stapel ungelesener Bücher, Schreibende haben die Schublade unveröffentlichter oder gar ungeschriebener Geschichten, ich als Lektorin habe die digitalen Krimskrams-Schubladen unter meiner Projekte-Werkbank. Schlummernde Ideen, halbherzig Angefangenes oder sogar Fast-Fertiges. Als Alexandra Bohlmann in ihrer Blogparade dazu aufrief, den eigenen „Projektfriedhof” zu zeigen, war es für mich an der Zeit, einmal kurz mental Inventur in dieser Kommode zu machen.
Ich zeige in diesem Beitrag eine kleine Auswahl – denn je länger ich darüber nachdenke, desto mehr dieser „Irgendwann mal”-Ideen fallen mir ein. Vor allem in den fast drei Jahren Vollzeit-Selbstständigkeit als Lektorin hat sich so einiges angesammelt und inzwischen ordentlich Staub angesetzt.
Ich ziehe also drei kleinere Projekte aus den Schubladen, um sie hier zu zeigen – und ein riesengroßes.
Im Lektorat einfach nur an einzelnen Formulierungen arbeiten reicht dir nicht? Du möchtest richtig tief eintauchen, dein Roman-Manuskript einmal auf links krempeln. Aufbau, Plot, Spannungsbogen, Konflikte, Charakterzeichnung, Worldbuilding – einfach alles, was ein Buch auf inhaltlicher Ebene zu einem richtig guten Buch macht? Dann könnte mein Kombi-Paket in zwei Durchgängen, Inhalts-Lektorat und anschließendes Stillektorat, etwas für dich sein.
Mit diesem Paket lässt du dich auf eine besondere Reise ein, die anders ist, als du dir ein klassisches Lektorat wahrscheinlich vorgestellt hast. Inhalts-Lektorat, das hört sich groß an, nach viel Arbeit. Wo soll man da anfangen? Als Lektorin bin ich dir eine Wegbegleiterin für diesen entscheidenden Schritt. So fühlt sich das Inhalts-Lektorat weniger nach Bergbesteigung ohne Sicherung an und mehr nach Abenteuer mit Kompass und Orientierung. Ohne Überforderung, sondern mit Plan!
Was also macht das Kombi-Paket von Lektorat Papiervogel so besonders?
Quick Answer: Der erste Durchgang beinhaltet so viel mehr als nur Kommentare im Manuskript. Ein ausführliches Gutachten und eine übersichtliche To-do-Liste zum Abhaken liefern dir eine Step-by-Step-Landkarte, wie du dein Buch inhaltlich und/oder strukturell am besten überarbeitest, bevor es ins stilistische Lektorat gehen kann. Optional bekommst du außerdem zusätzliche Dokumente, die genau auf dein Manuskript zugeschnitten sind.
Man schaut so sehr auf die großen, die größten, die allergrößten Meilensteine – aber wie schade wäre es, wenn die leiseren Schlüssel-Momente auf der Autor:innen-Reise unbemerkt vorüberziehen würden? Manche verändern ein Manuskript grundlegend. Andere verändern vor allem den Menschen, der es geschrieben hat.
Nicht immer ist es in dem Moment sofort klar, was da passiert. Umso deutlicher wird es in der Rückschau: Da gab es einen Schlüssel-Moment und eine Tür, die er aufgeschlossen hat.
Als ich als Gastgeberin zu einer Blogparade zu diesem Thema aufrief, wurde mir bewusst: Auch ich begegne solchen Türen wieder und wieder. Nicht als Autorin, sondern in meiner Arbeit als Lektorin: Begleite ich mit Lektorat Papiervogel Autor:innen auf ihrem Weg, kommen wir dabei immer wieder an Schwellen-Momente, die eine Tür aufschließen, einen neuen Raum öffnen.
Hier sind fünf dieser Türen, die mir in meiner Arbeit als Lektorin immer wieder begegnen.
Ein Schlüssel und eine Tür, die er aufschließt. Das Übertreten einer Schwelle. Das Betreten eines neuen Raumes. Nicht nur die ganz großen Meilensteine zwischen Manuskript und Veröffentlichung sind es, die dieses Abenteuer ausmachen.
Wenn man ein Buch schreibt oder auf Social Media Menschen dabei beobachtet, die diesen Weg gerade gehen, dann springen einem zuerst die ganz großen Meilensteine ins Auge. Der Verlagsvertrag, die feierliche Enthüllung des Covers, den sprudelnden Release-Day. Diese Momente sind groß und werden deswegen natürlich vollkommen zurecht auch laut in die Welt gerufen.
Aber auf dieser abenteuerlichen Reise, auf die du dich als (angehende:r) Autor:in begeben hast, beobachte ich in meiner Arbeit als Lektorin und Wegbegleiterin immer wieder die anderen Momente, die stilleren, die vielleicht nach außen hin erst einmal unauffälligeren. Die aber etwas umso Entscheidenderes bewegen. Momente, in denen du mit deinem Buchprojekt einen Schritt über eine Schwelle machst. Die sich anfühlen, als hätte sich gerade eine Tür geöffnet – und vielleicht warst du selbst es, die den Schlüssel dafür in der Hand hält.
Wie wundervoll wäre es, dachte ich mir, mal eine Truhe zu öffnen, in der wir solche Momente sammeln. Um zu zeigen, wie vielfältig sie sind, wie unterschiedlich auch die Schlüssel aussehen können, die diese Türen öffnen. Und weil eine solche Sammlung von echten Geschichten und Erzählungen lebt, machen wir das in Form einer Blogparade.
Nicht erst als wir uns auf dem diesjährigen Wave-Gotik-Treffen in Leipzig auf einen Kaffee nach der Lesung von Markus Heitz verabredet haben, war klar: Die Liebe zum Düsteren, zum Schaurigen, zum Dunkelschönen haben Autorin Christel Scher und ich gemeinsam. Kein Wunder, dass das so gut gepasst hat mit der Zusammenarbeit! Ihren Dark-Fantasy-Roman „Die Dämonen von Martz: Schlüsselblut” habe ich in zwei schönen und intensiven Lektorats-Runden begleiten dürfen. Eines meiner Lieblings-Projekte aus inzwischen zweieinhalb Jahren Selbstständigkeit.
Keine Frage also, dass ich Christel auch unbedingt für meinen Blog zu einem Interview bitten wollte.
Über die detailreiche Schönheit der viktorianischen Epoche, über das Lachen und Leiden und Lieben mit den eigenen Charakteren – und darüber, was Morgenmantel und Flauschsocken mit ihrem Schreiben zu tun haben.
„Am nächsten Abend habe ich am Rechner gesessen und „Die Dämonen von Martz” geschrieben. Das war wie ein Rausch …“
– Christel Scher, Autorin
Das Interview mit Christel Scher
Liebe Christel, erzähl uns ein wenig über „Die Dämonen von Martz” – was erwartet die Lesenden in dem Buch?
„Die Dämonen von Martz” ist ein Dark-Fantasy Roman und der Zusatz „Dark” ist durchaus ernst zu nehmen. In einer viktorianisch inspirierten Welt trifft der vampirische Uhrmacher Zavin auf die stumme Prostituierte Aurelia. Diese Begegnung überlebt sie nur knapp und Zavin bietet ihr einen Handel an: ein Schlupfloch in eine bessere Zukunft gegen ihr Stillschweigen. Mit dieser vermeintlichen Lösung fangen die Probleme aber erst richtig an.
Das Buch ist stellenweise schonungslos und blutig, dann aber auch wieder sehr zart.
Die Lesenden können sich auf eine dichte Atmosphäre freuen, auf einen bildhaften Schreibstil, auf Düsterromantik, Übernatürliches, moralische Dilemmata und auf zwei sehr unterschiedliche Persönlichkeiten, die diese Geschichte erzählen. Eine starke Frau und ein außergewöhnlicher Mann, der eben das gar nicht sein will.
Wer ist Christel Scher? Was müssen Lesende unbedingt über dich wissen, was macht dich als Autorin aus?
Christel Schers Debütroman „Die Dämonen von Martz: Schlüsselblut”
Ich bin ein Gefühlsmensch durch und durch. Ich bin keine Autorin, die ihre Geschichte von Anfang an streng durchplant. Ich leide, lache und weine mit meinen Charakteren. Ich lass mich von Gefühlen leiten und lasse mich auf Überraschungen ein. Als Aurelia und Zavin sich trafen, wusste ich tatsächlich noch nicht, ob sie Feinde oder Freunde werden. Ich habe Rückmeldungen bekommen, dass die Beziehungen zwischen den Charakteren sich sehr natürlich anfühlen und entwickeln, dass man das Gefühl hat, sehr nah am Geschehen dran zu sein und es durchweg spannend bleibt. Ich denke, das hat viel mit der Art zu tun, wie ich an das Schreiben herangehe.
In meinem Zweitjob habe ich als Sozialarbeiterin zudem mit einer Vielzahl von unterschiedlichen Menschen und Lebensgeschichten zu tun. Und auch wenn ich niemals (!) einen Klienten zum Vorbild für einen Buchcharakter nehmen würde, habe ich durch diesen Beruf doch eine Menge über menschliche Motive gelernt und wie tief diese manchmal in den Biografien verwurzelt sind. Ich denke, dass mir das sehr dabei hilft, glaubwürdige Charaktere zu erschaffen.
Was sind die größten Einflüsse auf dein Schreiben? Was inspiriert dich?
Zum Ersten sicherlich das 19. Jahrhundert, in dem auch düstere Werke wie Frankenstein oder Dracula entstanden. Wissenschaft und der Glaube an Übernatürliches waren teilweise abstrus miteinander verwoben.
Die Ästhetik der viktorianischen Epoche, die Kleidung, Treppengeländer, Fenster, Besteck … alles hatte eine detailreiche Schönheit (jedenfalls in reichen Haushalten). Und gleichzeitig war es eine Zeit voller unhaltbarer gesellschaftlicher Zustände. Diese Gegensätze haben den Bau meiner Welt stark inspiriert.
Natürlich habe ich schon viele, unzählig viele, Vampirgeschichten gelesen und geliebt. Was mein eigenes Kopfkino in Gang bringt, ist aber eher Visuelles, vielleicht, weil mein Kopf dabei abschalten kann. Wenn es einen Tag einfach nicht klappen will, klicke ich mich durch Pinterest oder sehe mir Filme an. Zum Beispiel Bram Stokers Dracula, Interview mit einem Vampir, die Serie Penny Dreadful, oder manchmal auch uralte Sachen, in denen Filmemacher sich noch Mühe gegeben haben, eine schaurige Atmosphäre zu erschaffen. Manchmal braucht es nur wenige Bilder oder einen Dialog, um die Tore meiner eigenen Buchwelt wieder zu öffnen.
Nimm uns doch ein bisschen mit auf eine Zeitreise: Was ist die Entstehungsgeschichte des Romans?
Der wirkliche Anfangspunkt ist schwer zu benennen. Ich habe erst letztens Textpassagen wiedergefunden, die ich mit 16 Jahren geschrieben habe. Es ging um eine Fantasywelt, um eine Frau, die es schwer im Leben hat, und einen Vampir. Erste Ideen für die Dämonen von Martz erkenne ich darin wieder, aber ich hatte mich damals noch lange nicht gefunden. Das war die Zeit der „Herr der Ringe”-Filme und ich war fasziniert von High Fantasy. Es hat seine Zeit gedauert, bis ich gemerkt habe, was mir wirklich liegt.
Es folgten Jahre, in denen ich mich selbst unter Druck gesetzt habe, irgendwann vom Schreiben leben zu wollen, und dieser Druck war vollkommen kontraproduktiv. Ich war gedanklich nie frei. Tatsächlich gab es einen Abend Ende 2021, an dem ich mir ehrlich eingestand: Es klappt nicht. Du wirst nie ein Buch schreiben.
Am nächsten Abend habe ich am Rechner gesessen und „Die Dämonen von Martz” geschrieben. Das war wie ein Rausch, der mein Leben erheblich bereichert hat.
Wie schreibst du? Hast du bestimmte Rituale?
Um nach der Arbeit abzuschalten, trinke ich meist erst in Ruhe einen Kaffee und bespreche den Tag mit meinem Mann. Dann ziehe ich mich in meine Schreibecke zurück, mache eine Kerze und Räucherstäbchen an und suche mir sanfte Hintergrundmusik heraus. Ich brauche Ruhe, um kreativ zu sein. In einem Café zu schreiben, könnte ich mir zum Beispiel nicht vorstellen. Zu viele Gespräche, zu viele Reize, zu viele Stimmungen in der Luft. Was das angeht, bin ich häufig sehr „Zavin” und schnell reizüberflutet. Nein, da schreibe ich lieber zuhause in meiner sicheren Höhle, eingehüllt in Bade- oder Morgenmantel. Ja, das ist sozusagen zu meiner Arbeitskleidung geworden. Morgenmantel und Flauschsocken bedeutet: Schreibfokus. Darauf hat mein Kopf sich mittlerweile eingestellt.
Den Roman zeichnet eine gewisse Düsternis aus, er ist geprägt von Motiven, Schauplätzen und Elementen, die in ihrem Kern recht … gothic sind. Hast du selbst einen Bezug zur Schwarzen Szene?
Schonungslos düster und dunkelschön: „Die Dämonen von Martz: Schlüsselblut” – nicht nur für Gothic-Fans!
Ja, mein Herz schimmert schwarz. Seit Anfang 20 fühle ich mich in der Szene zuhause. Ich habe dort Menschen kennengelernt, die ich als meine zweite Familie bezeichne. In der schwarzen Bubble konnte ich wachsen und aufblühen. Mein Buch ist nun ein Schritt heraus aus diesem sicheren Raum. Aber dieser Schritt hat mich bis jetzt sehr positiv überrascht.
Ich denke, vielen, die Bezug zur Szene haben, könnte mein Buch gefallen, aber auf keinen Fall muss man diesen Bezug haben, um es zu mögen. Ich habe Komplimente für das Buch von knalligbunt angezogenen Menschen mit ganz anderem Background bekommen, und das ist wunderschön.
Tiefrotes Blut fließt übers Cover, und ein Blick auf den Klappentext verrät: Mit „Die Dämonen von Martz” haben wir einen Vampirroman in der Hand. Allerdings einen mit deinem ganz eigenen Take dieses klassischen Stoffes. Was ist der Unterschied der bekannten Vampire zu deinen Dämonen?
Bei mir ist der Vampirismus ein Fluch, der auf Zavins Familie liegt und regelmäßig bei Familienmitgliedern zutage tritt. Man wird in diesen Fluch hineingeboren und nicht durch einen Biss erschaffen. Da der Fluch ein Tabuthema in Zavins Familie ist, steht dieser mit der Problematik alleine da. Er hat absolut keine Ahnung, was er ist und warum. All die bei uns bekannte Folklore gibt es in seiner Welt nicht. Er ist dadurch extrem verloren und orientierungslos.
Meine Dämonen sind blutdurstig. Wenn sie kein menschliches Blut trinken, werden sie schwächer, bis sie in ein Wachkoma fallen. Dennoch können sie normal essen und trinken, haben einen Herzschlag und ihre Körper sind nicht unveränderlich. Sie können altern. Sie reagieren extrem sensibel auf Reize wie Geräusche oder helles Licht, aber es bringt sie nicht um. Sie schlafen in Betten und können durchaus tagaktiv sein. Es gibt körperliche Merkmale und übernatürliche Aspekte, die sie mit etwas Geschick aber verstecken können.
Theoretisch könnten meine Dämonen unbemerkt ein ganz normales Leben führen. Eine erfüllende Arbeit, Ehepartner, Kinder … Ich denke, darin liegt eine besondere Tragik von meiner Vampirversion. Zavin hat sein Wunschleben vor sich, er streckt sich danach aus, kann es schon mit den Fingerspitzen ertasten und kommt doch nicht heran, weil da dieser blutdurstige, häufig auch mörderische Teil in ihm ist.
Bevor es ein Buch wurde, ging dein Manuskript durch ein intensives Lektorat – und ich kann nur immer wieder betonen, wie sehr ich die Zusammenarbeit genossen habe. Wie erging es dir mit dem Lektorat? Was war dein größter Aha-Moment?
Der erste große Moment war das Gefühl, wirklich eine passende Lektorin gefunden zu haben. Ich hatte das Gefühl, dass du zutiefst verstanden hast, was ich da tue und wo ich damit hin will. Da wusste ich: Das hier wird bei aller geäußerter Kritik ein konstruktives Miteinander und meine Ängste, „zerpflückt” oder in eine ungewollte Richtung gedrängelt zu werden, lösten sich in freudiger Erleichterung auf.
Ein weiterer Aha-Moment war der Hinweis nochmal näher und detaillierter auf Aurelias Körpersprache und Gebärden einzugehen. Ich hatte das alles beim Schreiben vor dem inneren Auge gesehen, aber noch nicht ausreichend beschrieben. Mich Aurelia nochmal zu nähern und ihre Form der Sprache noch intensiver zu verstehen, hat sowohl das Buch weitergebracht als auch mich persönlich.
Und der größte Aha-Moment war sicherlich nach dem Ende des Entwicklungslektorats, als ich dann bemerkte, wie rund die Geschichte dadurch geworden ist. Es war immer noch meine Geschichte, meine Sprache, aber veredelt. Da dachte ich: WOW, das wird jetzt ein richtiges Buch!
Wie geht es weiter? Welche Ideen schlummern noch in deiner Schublade? Sitzt Christel Scher schon an einem neuen Buchprojekt?
„Die Dämonen von Martz: Schlüsselblut” ist als Einzelband wunderbar lesbar. Trotzdem sind einige übergeordnete Fragen offen geblieben. Mir war schon früh klar, dass ich mich länger als nur einen Roman in der Welt von Aurelia und Zavin aufhalten möchte.
Die Fortsetzung kribbelt mir bereits in den Fingern. Es wird Winter in Martz und vor dem inneren Auge sehe ich tiefrotes Blut in weißen Schnee tropfen. Ich freue mich darauf, einige Charaktere noch näher zu beleuchten und früher oder später auch das Umland von Martz zu erkunden. Steilküsten, Sumpf, Felsen und dichte Wälder, darauf freue ich mich. „Projekt Nachtfalter” wird die Protagonisten wieder vor so manche schwierige Entscheidung stellen und in allerlei Gefahren stürzen.
Eine Fee mit einem Zauberstab steht vor dir, die alles möglich machen kann: Was wünschst du dir für „Die Dämonen von Martz”?
Ich würde mir wünschen, dass jeder Mensch erfährt, dass es mein Buch gibt. Nicht jeder muss es mögen, aber jeder soll davon erfahren.
Aber während ich auf die Fee warte, fange ich schonmal an und versuche selbst alles Menschenmögliche, verteile Flyer, verbessere meine Social-Media-Skills und lese aus meinem Buch vor, wo immer sich die Gelegenheit ergibt. Vielleicht darf ich mir von der Fee aus der Ferne ja schonmal den ein oder anderen Kraftboost dafür wünschen.
Vielen Dank für das Interview, liebe Christel! Ich bin mir sicher, Fans der düsteren Phantastik werden noch viel von dir hören – und vor allem lesen. Das war erst der Anfang!
Klappentext
„… dass es mir gefällt, verdammt gut gefällt, es dem Leben heimgezahlt zu haben. Diesem verdammt überheblichen Strippenzieher, der aus mir eine Hure machte und aus dir einen Dämon.”
Blutdurst beherrscht sein Dasein. Demütigungen das ihre. Tagsüber führt Zavin Wechem das gutbürgerliche Leben eines Uhrmachers, nach Einbruch der Dunkelheit trinkt er das Blut ahnungsloser Menschen in den Gassen von Martz. In einer schicksalhaften Nacht kreuzt sein Weg den der stummen Prostituierten Aurelia. Sie überlebt die Begegnung nur knapp – und das sorgsam gepflegte Lügengeflecht droht auseinanderzubrechen. Um sein Geheimnis zu bewahren, bietet er ihr einen Handel an: ein Schlupfloch in eine bessere Zukunft gegen ihr Stillschweigen. Aurelia hadert – mit sich selbst und mit Zavins Natur. Doch bald erkennen beide, dass sie mehr verbindet als ein fragiles Gleichgewicht. Indes geraten in Martz die Dinge außer Kontrolle. Menschen sterben unter mysteriösen Umständen, Schatten führen ein Eigenleben und Aurelia und Zavin geraten ins Visier mächtiger Ränkeschmiede. Wie viel Menschlichkeit kann Zavin sich bewahren? Wie weit ist Aurelia bereit zu gehen?
Eine Geschichte über Selbstbestimmung, innere Dämonen und den bloßen, rohen Hunger nach Leben.
„… als ich dann bemerkte, wie rund die Geschichte dadurch geworden ist. Es war immer noch meine Geschichte, meine Sprache, aber veredelt. Da dachte ich: WOW, das wird jetzt ein richtiges Buch!.“
– Christel Scher, Autorin
Überblick und Links
Titel: Die Dämonen von Martz – Schlüsselblut Autorin: Christel Scher Seiten: 432 Erscheinungsdatum: 4. Oktober 2023
Sie ist die Designerin, deren Cover sich am häufigsten in meinem Lektorats-Portfolio wiederfinden: Juliana Fabula. Jessica Iser hat mit ihr für ihre Novelle „Zweimondnächte” zusammengearbeitet, für Sarah Malhus hat sie nicht nur das Buchcover ihres Bardengezaubert, sondern auch die Grafiken rund um ihr Crowdfunding, und für Viktoria Ludwig kleidet sie gleich eine ganze Trilogie („Die Wächter der Tore”) in ihr schönes Gewand. Die Rede ist von Juliana Fabula – ein echter Tausendsassa in der Buchbubble.
Coverdesign, Grafikdesign, Buchsatz. Ob zu hundert Prozent nach eigenen Wünschen gestaltet oder aus ihrem umfangreichen Premade-Portfolio gewählt. Mit über 10 Jahren Erfahrung kennt sich Juliana Fabula bestens aus mit einer der wichtigsten Fragen im Selfpublishing: Und was ist mit dem Cover?
Zeit, sie mal in einem ausführlichen Interview mit allerlei Fragen zu löchern.
Das Interview mit Juliana Fabula
Liebe Juliana, du bist Profi auf deinem Gebiet, die Zahlen beeindruckend: 10 Jahre Erfahrung, über 400 Buchcover für über 200 Autor:innen und Verlage! Was macht für dich mit all dieser Erfahrung ein gutes Buchcover aus?
Es sind viele Elemente, die ein gutes Buchcover ausmachen.
Eine harmonische Wahl aus Farben und Bildelementen macht natürlich einen großen Teil aus. Aber ich sage auch, dass die Typografie ungefähr 50 % eines guten Covers ausmacht.
Bildmotive können noch so gut sein, wenn sie dann mit einer unpassenden Schrift kombiniert werden, kann das Cover am Ende nicht sein gesamtes Potential ausschöpfen, das es vielleicht haben könnte. Allerdings ist das auch mit einer der schwersten Parts am Design, denn dieses Gefühl dafür bekommt man erst mit einiger Zeit an Erfahrung.
Und was macht für dich einen guten Buchsatz aus? Das ist ja das auf den ersten Blick „unauffälligere” Design-Element – wie groß ist hier der Unterschied zwischen selbst gemacht und professionell?
Cover-Portfolio von Juliana Fabula meets Portfolio von Lektorat Papiervogel: Sarah Malhus, Von Fabelwesen und Königen
Die Lesbarkeit. Hier achtet man vor allem auf Abstände, egal ob zu den Seitenrändern oder den Zeilenabständen.
Dann auch der Blocksatz, der für Laien nicht immer einfach ist – hier nutzen manche einen Flattersatz, was bei Büchern aber nicht die Norm ist. Und im Blocksatz können unschöne Lücken entstehen, wenn man nicht weiß, wie man diese bearbeitet im Layout.
Außerdem lesbare Schriften, die regulär im Satz genutzt werden, hier kommt es auch auf das Genre und die Zielgruppe an, welche man auswählt.
Dann Layoutfehler, die man vermeiden sollte, weil sie den Lesefluss unterbrechen usw.
Es gibt also vieles, auf das man achten sollte und die meisten beschäftigen sich leider zu oberflächlich mit dem Thema.
Wie groß ist der Anteil des Buchcovers am Erfolg eines Selfpublishing-Projektes? Steht und fällt mein Verkaufserfolg mit dem Cover?
Tatsächlich ist ein Buchcover nicht nur für den Erfolg eines Selfpublishing-Projektes verantwortlich, sondern für jedes Buchprojekt. Das merkt man vor allem an den Reaktionen bei Cover-Reveals, wenn Lesende darunter kommentieren, wie schön sie das Cover finden und dass sie das Buch nur wegen des Covers gekauft haben. Die Optik hier spielt eine entscheidende Rolle.
So gesehen ist das Buch ein Produkt und die passende Verpackung macht es erst ansprechend, wodurch mehr Lesende darauf aufmerksam werden.
Komm, plaudere mal aus dem Nähkästchen: Welches Cover, das nicht von dir ist, hättest du selbst gerne designt? Und hast du unter deinen eigenen persönliche Lieblingsprojekte?
Puh – ich weiß gar nicht, über diese Frage habe ich mir noch nie Gedanken gemacht.
Und ich hab super viele Lieblingsprojekte, weil ich einfach wahnsinnig gerne den unterschiedlichsten Geschichten ein Cover designe, wodurch ein wenig der Zauber von innen nach außen sichtbar wird. Da waren schon so viele spannende Motive dabei, ich kann mich nicht wirklich für eines entscheiden.
Welche Art Buchcover kannst du nicht mehr sehen?
Jeder Trend hat seine Daseinsberechtigung. Sie passen zum Genre, der Geschichte, das Design spricht die entsprechende Zielgruppe an. Es gibt aber auch immer wieder neue Interpretationen eines Trends, was ich schön finde. So wirklich an einem sattgesehen habe ich mich daher noch nicht.
Coverdesign, Buchsatz … Für alles einen Profi zu beauftragen, ist eine große Investition, da liegt der Gedanke nahe, dass sich das so manche:r Selfpublisher:in dreimal überlegt … Provokante Frage: Braucht es überhaupt ein professionelles Coverdesign & Buchsatz – oder kann man das auch irgendwie selbst zusammenbasteln? Was ist deine Empfehlung?
Persönlich würde ich sagen, ja, man braucht ein professionelles Coverdesign und auch den Buchsatz.
Das Cover ist der Verkaufsgrund Nummer 1, vor allem in der heutigen Zeit mit Bookstagram und Booktok. Wenn das Cover überzeugt, wird das Buch gekauft, auch bzgl. Farbschnitt und Co sieht man ja aktuell, wohin sich das Ganze bewegt.
Cover-Portfolio von Juliana Fabula meets Portfolio von Lektorat Papiervogel (Korrektorat): Jessica Iser, Zweimondnächte
Wenn das Cover überzeugt und die Zielgruppe anspricht, wird das Buch in die Hand genommen und gezeigt. Deswegen würde ich hier definitiv nicht sparen und auch nicht versuchen, selbst etwas zu gestalten.
Der Buchsatz ist auch wirklich wichtig, es bringt nichts, wenn die Geschichte gut ist und das Cover toll aussieht, wenn der Buchsatz das Buch schwer lesbar macht, z. B. durch zu kleine Schriftgröße, zu geringen Zeilenabstand (oder auch zu großen) oder unleserliche Schrift (ja, das hab ich auch schon erlebt). Buchsatz kann man sich durchaus selbst beibringen, aber hier sollte auch bedacht werden, dass mit einem Layoutprogramm gearbeitet wird und nicht mit Word und Papyrus. Auch wenn es hier ein paar Funktionen dafür gibt, macht es doch einen großen Unterschied. Allerdings muss man sich nicht nur in das Programm einarbeiten, sondern auch in die Regeln der Typografie und des Buchsatzes, wenn man das vernünftig machen möchte.
Hier empfehle ich immer: Hast du die Zeit, dich da komplett einzuarbeiten oder könntest du auch etwas anderes in dieser Zeit besser machen und diese Aufgabe dann doch lieber abgeben?
An welchem Punkt im Selfpublishing-Prozess empfiehlst du Schreibenden, sich über Cover und Buchsatz Gedanken zu machen?
Spätestens wenn das Buch im Lektorat ist, aber oftmals kann man sich auch schon früher bei Dienstleistenden umschauen, damit diese auch vorab genug Zeit haben, euch einzuplanen. Viele gute Dienstleistende sind oftmals 1-3 Monate im Voraus ausgebucht und es wäre ärgerlich, wenn man dann keinen Platz mehr bei der Wunschperson bekommen würde.
Lesezeichen, Postkarten, Social-Media-Grafiken, … Was ist aus deiner Sicht als Designerin zusätzlich noch wichtig? Welche weiteren Design-Elemente brauchen Selfpublisher:innen unbedingt?
Social-Media-Grafiken sind von Beginn an auf jeden Fall eine gute Wahl, um das Buch und mögliche Zitate in einem passenden Design zu präsentieren und so einen immer wiederkehrenden Look kreieren, der den Lesenden im Gedächtnis bleibt.
Postkarten und Lesezeichen kommen auch immer gut an, vor allem da sie auch in der Produktion nicht so kostenintensiv sind, aber dennoch viel hermachen. Man kann sie auf Messen gut verteilen und so Aufmerksamkeit auf das Buch bringen.
Der Blick in die Glaskugel: Welche Trends kannst du in „deinen” Genres für die kommenden Saisons erkennen?
Aktuell gibt es im Fantasybereich viel mit Mustern, Rahmen und Ornamenten. Allerdings hat das auch nicht viel zu heißen, es kommt dann darauf an, was der Inhalt ist, welches Genre es ist und für welche Zielgruppe es gedacht ist.
Viele Faktoren spielen eine Rolle und nicht alle Trends werden „out”. Es ist ähnlich wie bei der Mode, wenn Trends aus früheren Zeiten einen neuen Aufschwung bekommen.
Lia, ich will ein Cover von dir! Angenommen, ich bin Autor:in und möchte mit dir zusammenarbeiten: Wie gehe ich am besten vor, wie gehe ich das an?
Tatsächlich ist das recht einfach, man kann mir einfach über meine Website via Kontaktformular schreiben. Wenn man möchte, kann man direkt das ausgefüllte Coverdatenformular mitschicken, dann kann ich direkt darauf eingehen, ansonsten kann man auch erst einmal so allgemeine Sachen wie Preis, Zeitraum und Co klären.
Wenn ein:e Autor:in wenig bis keine eigenen Vorstellungen mitbringt, wie ein Cover aussehen soll – wie gehst du dann beim Design vor? Wie findest du heraus, was zur Geschichte passt?
Cover-Portfolio von Juliana Fabula meets Portfolio von Lektorat Papiervogel: Viktoria Ludwig, Die Wächter der Tore (Trilogie)
Selbst wenn die schreibende Person noch keine Vorstellungen hat, hilft mein Formular dennoch, wichtige Punkte für das Cover abzudecken.
Zum Beispiel welches Genre, welche Zielgruppe, wie der Titel ist, wo der Handlungsort ist, welche wichtigen Elemente gibt es in der Geschichte? Ein Talisman? Einen magischen Gegenstand? Etwas anderes, das eine wichtige Rolle spielt? Außerdem welche Farben für das Cover gewünscht sind und welche zum Beispiel gar nicht gehen. Welche anderen Cover in dem Genre gefallen.
Allein aus diesen wenigen Angaben kann ich meist ein passendes Cover gestalten oder zumindest einen Entwurf machen, aus dem sich dann das spätere Cover entwickelt, weil dann der schreibenden Person manchmal klarer wird, was sie möchte und was nicht.
Was möchtest du zum Schluss noch loswerden? Was möchtest du Selfpublisher:innen und allen, die es werden wollen, noch mit auf den Weg geben?
Lasst euch nicht abschrecken von der Vielzahl an Aufgaben, die koordiniert werden müssen. Sucht euch Dienstleister*innen aus, mit denen ihr zusammenarbeiten möchtet, und plant dann alles Stück für Stück.
Unterschätzt nicht die Aufgabe des Covers, denn das macht euer Buch auf Social Media erst wirklich sichtbar: Wenn die Lesenden dadurch aufmerksam werden und Interesse für euer Buch bekommen, erst dann schauen sie sich den Klappentext und Co an. Ich habe früher oft gehört: „Aber es kommt doch auf den Inhalt der Geschichte an!” Ja, das stimmt an sich schon, aber wenn sich niemand den Inhalt ansieht, weil keiner von dem Buch angesprochen wird, dann ist das schwierig mit dem Inhalt zu überzeugen.
Vielen Dank für das Interview, liebe Juliana! Ich bin mir sicher, es werden sich auch zukünftig weitere schöne Cover von dir bei mir auf der Portfolio-Seite wiederfinden.
„ich hab super viele Lieblingsprojekte, weil ich einfach wahnsinnig gerne den unterschiedlichsten Geschichten ein Cover designe, wodurch ein wenig der Zauber von innen nach außen sichtbar wird.“
– Juliana Fabula, Grafikdesignerin und Autorin
Überblick und Links
Wer über das Thema Grafikdesign hinaus noch mehr über Juliana Fabula erfahren möchte, kann auf Twitch ihre Streams verfolgen, sie auf Patreon unterstützen – oder ihre eigenen Bücher lesen. Denn sie ist außerdem selbst Autorin.
„Um das Thema Marketing habe ich mir noch gar keine Gedanken gemacht, darum kümmere ich mich, wenn das Buch veröffentlicht ist.” Nicht nur einmal habe ich im Zuge meiner Berufserfahrung diesen Satz, in den verschiedensten Varianten, schon gehört. Und während hier ein essentieller Punkt drinsteckt – das Wichtigste ist dein Buch –, so kann ich nur empfehlen, dein Marketing von Anfang an mitzudenken. Erst recht im Selfpublishing.
Dein Buchmarketing ist fester Teil deiner Selfpublishing-Reise, schon lange vor Release. Im besten Fall mit Plan. Und zwar wortwörtlich: Erstelle dir einen Marketing-Plan für dein Projekt, abgestimmt auf dein Buch, dein Genre, deine Zielgruppe – aber auch auf deine eigenen Bedürfnisse.
Für einen ersten Überblick habe ich dir hier verschiedene Wege aufgelistet, wie du dein Buchmarketing online angehen kannst. Natürlich ist das nur ein ganz grober Abriss, und jeder dieser Kanäle hätte seinen eigenen Blogbeitrag verdient. Aber eins nach dem anderen …
Ein Überblick über verschiedene Kanäle für dein Online-Buchmarketing:
Betreff: „Hallo” – E-Mail-Text: „Ich habe ein Buch geschrieben, das muss jetzt noch Korrektur gelesen werden. Was kostet ein Lektorat?” – Diese Art der Anfrage denke ich mir nicht aus, so etwas landet tatsächlich immer wieder in meinem Postfach. Teilweise fehlt da sogar das Hallo oder ein Betreff, alles schon erlebt.
Kurz und knackig, sagst du, was ist daran verkehrt? Nun, wo soll ich da anfangen?
Vielleicht damit, dass „Korrektur lesen” und Lektorat zwei verschiedene Dinge sind? Dass nach „Ich habe ein Buch geschrieben” das Korrekturlesen nicht der (unmittelbare oder einzige) nächste Schritt auf dem Weg zur Veröffentlichung ist? Dass mir generell in dieser Anfrage so viele Informationen fehlen würden (was für ein Buch, wie umfangreich, welches Genre, was sind deine Pläne, […]), um meine Arbeit machen zu können?
Ich verstehe gut, dass die Frage nach dem Preis für Autor:innen mit am wichtigsten ist, wenn sie für ihren Roman ein Lektorat anfragen, aber sie lässt sich nach dieser „Anfrage” durch mich gar nicht beantworten, denn dafür fehlen mir … du hast es erkannt: weitere Infos.
Selbstverständlich antworte ich auch auf diese Nachrichten freundlich und professionell, und auch da kann unter Umständen ein Auftrag und eine gute Zusammenarbeit zustande kommen. Meistens ist viel Unsicherheit von Seiten der Autor:innen im Spiel, manche wissen es einfach nicht besser – und beides ist überhaupt nichts Schlimmes.
Okay, aber wie geht es denn nun wirklich, wie sieht für mich die ideale Anfrage aus? Du hast ein Buch geschrieben und möchtest ein Lektorat anfragen – was musst du für deine Anfrage beachten?
Wie oft höre ich Sätze wie: „Ich versuche erst mal, mein Manuskript bei einem Verlag unterzubringen, und wenn das nicht klappt, gehe ich ins Selfpublishing.“ Ein oft und gerne eingeschlagener Weg unter Menschen, die ein Buch geschrieben haben und davon träumen, als Autor:in durchzustarten. Und während an diesem Weg nichts verkehrt ist, ist es dennoch nicht die einzige Tür ins Selfpublishing. Es gibt zahlreiche Autor:innen, die von Anfang an genau das wollen. Die gar nicht erst versuchen, ihr Manuskript in einem Verlag unterzubringen.
7 Gründe, warum Selfpublishing kein Plan B sein muss, wenn du keinen Verlag für dein Buch findest – sondern von Anfang an Plan A sein kann, genau das Richtige für dich und dein Manuskript!
Ich könnte jetzt die Hard Facts aufzählen, die sachlichen Vorteile, die Selfpublishing mit sich bringt. Dass die Margen pro verkauftem Buch durchschnittlich höher ausfallen als bei einer Veröffentlichung via Verlag zum Beispiel. Dass Print-on-Demand nicht nur Druck- und Lagerkosten spart, sondern gegenüber dem Auflagendruck auch die nachhaltigere Variante ist.
Doch all die trockenen Vorteile können nicht über die Tatsache hinwegtäuschen, dass Selfpublishing ein immenser Berg Arbeit ist. Ein Mammutprojekt, das nicht nur zeitliche, sondern auch mentale Ressourcen verschlingt. Wer nur fürs vermeintlich einfache, schnelle Geld ins Selfpublishing geht, macht sich unglücklich. (Aber hey, gilt das nicht fürs Bücherschreiben generell?)
Wer jedoch für das Selfpublishing brennt, wer diesen starken inneren Drang danach hat, es einfach machen zu wollen, geradezu ein inneres Bedürfnis … den muss ich hier auch nicht weiter überzeugen. Möchte ich auch gar nicht. Dieser Beitrag ist keine Aufforderung, deine Verlagsbewerbung in die Tonne zu treten und auf die „richtige” Seite zu wechseln (oder dunkle Seite, je nach Perspektive). Verlagsveröffentlichung rockt!
Dieser Beitrag ist eine Liebeserklärung. 7 Gründe, warum ich ganz persönlich fürs Selfpublishing brenne – und so viele meiner Autor:innen ebenfalls.
Jahresrückblicke schießen im Dezember wie Pilze aus dem Boden, einer nach dem anderen, in egal welchem Bereich. Für mein erstes Jahr in Vollzeit-Selbstständigkeit wollte ich jedoch nicht drauf verzichten – denn sich schriftlich vor Augen halten, was man in einem Jahr geschafft hat, ist doch nochmal etwas ganz anderes, als beinah unbemerkt in ein neues Jahr hinüberzuschlittern. Guten Rutsch? Nein, einmal kurz innehalten, über die Schulter zurückblicken – um dann umso bewusster die nächsten Schritte nach vorne zu machen. Jahresrückblick 2022, jetzt auch von Lektorat Papiervogel. Here we go!
Das waren meine Jahresziele für 2022
Sämtliche Business-Expert:innen würden jetzt die Hände über dem Kopf zusammenschlagen: Meine Ziele für dieses Jahr waren gar nicht mal so konkret. Denn ein riesengroßes Ziel hatte ich ja bereits erreicht: raus aus der Festanstellung, rein in die Selbstständigkeit. Und wow, das ist wirklich schon ein Jahr her? Dieser Jahresrückblick ist für mich persönlich so was von nötig, merke ich gerade. (Vielleicht sollte ich mir für 2023 vornehmen, mehr aufzuschreiben – also generell, was mich bewegt. Tagebuchschreiben? Journaling? Ich kenne mich, lassen wir das …)
An etwas konkreteren Zielen gab es da natürlich: die Website, den Instagram-Kanal, den Newsletter. Im ersten Jahr sinnvoll in berufliche Weiterbildung investieren, damit ich das mit der Selbstständigkeit nicht nur „irgendwie“ angehe. Eine Routine etablieren. Am Ende dieses ersten Jahres nicht ernüchtert sagen zu müssen: Satz mit X, ich muss wohl doch zurück in die Festanstellung. Diese Punkte haben alle ihre eigene Unterüberschrift verdient – und die sollen sie bekommen!
Mein Jahr 2022
Ich habe ja nur jeden Tag am Schreibtisch gesessen und ein bisschen vor mich hin gewerkelt? Allein das ist ein Grund für einen schriftlichen Jahresrückblick – denn während dieser Blogbeitrag wächst und wächst, wird mir klar, was ich da eigentlich alles geleistet habe in 2022. Und dass ich mir durchaus ein wenig auf die eigene Schulter klopfen darf dafür.
Von „nur ein bisschen nebenbei“ in die Vollzeit-Selbstständigkeit
Ein Jahr Lektorat Papiervogel: Seit Januar 2022 bin ich nun hauptberuflich freie Lektorin. Dass ich mir damit meinen Berufswunsch aus Teenager-Tagen endlich erfüllt habe, musste erst einmal einsickern … Ein Schritt, der mich ganz kribbelig machte, nach fast sieben Jahren in einer Stuttgarter Agentur, davon die letzten Jahre als Senior Redakteurin und Projektleitung.
Und der lange überfällig war – nicht weil ich meinen Agentur-Job nicht mochte, sondern weil ich so lange alles gleichzeitig machte: Festanstellung, nebenberufliche Tätigkeit als Lektorin & Korrektorin, selbst Autorin, von Freizeit ganz zu schweigen (und die zweijährige Renovierung, ein weiteres Großprojekt auf dem Stapel) … Das geht eine Weile lang gut, alles gleichzeitig – aber es war dann doch besser, im Sommer 2021 eine Entscheidung zu treffen. Kündigung der sicheren Festanstellung, rein ins gar nicht mehr ganz so kalte Wasser der Selbstständigkeit. What a ride!
Ein virtuelles Zuhause für Lektorat Papiervogel: Website & Instagram
Ein wichtiger Baustein fehlte jedoch noch zu lange, um den Meilenstein Selbstständigkeit auch wirklich sichtbar zu machen: eine eigene Website! Wer meinen Blogbeitrag zur Namensfindung gelesen hat, weiß, warum ich nicht bereits zum ersten Januar mit meiner Website an den Start gegangen bin …
Im März folgte dann auch der Instagram-Kanal für Lektorat Papiervogel. Insta und ich, das ist eine Hassliebe … Mal überwiegt der eine, mal der andere Teil dieses Wortes. Doch missen möchte ich es auch nicht, denn dort kommen die allermeisten der Kontakte zur Selfpublishing-Szene zustande. Das sage ich nicht aus einer Marketing-/Zielgruppen-Perspektive! Das Schönste an Instagram ist der Kontakt und Austausch mit vielen großartigen Autor:innen und Selbstständigen.
Papiervogel-Post: ein Newsletter muss her!
Als Autorin bin ich schon ein großer Fan davon, und so war es mir klar, dass auch Lektorat Papiervogel einen Newsletter bekommen soll. Im April klickte ich das erste Mal auf „Senden“ und die erste Papiervogel-Post landete im Posteingang von damals noch süßen 14 Empfänger:innen (davon drei eigene E-Mail-Adressen).
Apropos Papiervogel-Post – möchtest du dich bei der Gelegenheit nicht auch direkt noch eintragen?
Fantasy, Thriller, Romance: Projekte, so spannend wie das Selfpublishing selbst
Deswegen habe ich diesen Beruf überhaupt ergriffen, das ist das Herz von Lektorat Papiervogel: phantastische, leidenschaftliche, spannende, berührende Geschichten. Bücher, deren Entstehung ich von Manuskript bis Veröffentlichung begleiten durfte, sei es im Lektorat, Korrektorat oder mit einem Manuskriptgutachten. Oder mit einer Kombination dieser Leistungen, so wie bei „Love and Doubt“ von M. L. Winter.
Jessica Iser bescherte mir auch ein Jahres-Highlight, das ich nur ganz demütig und bescheiden zu meinen eigenen Erfolgen zähle, da ich für „Deathbound“ lediglich im Korrektorat den Feinschliff beigesteuert habe – für sie hingegen ging hier nicht weniger als ein Lebenstraum in Erfüllung: Als ihr Debütroman (!) wurde „Deathbound“ in der Kategorie „Bester Independet-Titel“ für den diesjährigen Deutschen Phantastikpreis Seraph nominiert. Was für ein Start als veröffentlichte (Roman-)Autorin! Meinen allerherzlichsten Glückwunsch an dieser Stelle noch einmal, liebe Jessi! Ich bin mir sicher, das war erst der Anfang.
Der Umfang meines Portfolios an tatsächlich veröffentlichten Büchern ist nur die Spitze des Eisberges der diesjährigen Aufträge – denn da gibt es ja noch die „unsichtbaren“ Projekte. Schriftliche Einordnungen zur Schreibweise eines Wortes oder Blog-Lektorate für Agentur-Kunden, Gutachten zu Rohmanuskripten, Exposé-Beratungen für Bewerbungen bei Verlagen oder schlicht und ergreifend Bücher, deren Veröffentlichung erst in 2023 ansteht (so wie „Projekt Barde“ von Sarah Malhus, die ich im Sommer für den Blog interviewt habe – und deren Crowdfunding von Erfolg gekrönt war!). All diese waren ebenfalls ein wichtiger Teil meines Jahres 2022.
Ich danke allen Kund:innen von Herzen für die freundliche, produktive, immer wertschätzende, manchmal absolut begeisternde Zusammenarbeit. Ohne euch und Sie könnte es Lektorat Papiervogel gar nicht geben. Auf mehr davon im neuen Jahr!
„Du, Lily, könnten wir nicht …“? Videocalls als Business-Überraschung des Jahres
„Du, Lily, darf ich dich mal für eine Stunde deiner Zeit buchen und wir setzen uns virtuell dazu zusammen?“
Nicht nur einmal habe ich diese oder eine ähnliche Anfrage in diesem Jahr bekommen. Meine Überraschung kannst du dir vielleicht vorstellen, aber auch meine Freude. So introvertiert ich auch privat bin, Videocalls mache ich tatsächlich richtig gerne – und immer wieder habe ich von Kund:innen das Feedback bekommen, dass sie mir vertrauen, sich bei mir gut aufgehoben fühlen und ich ihnen immer wieder die eine oder andere Unsicherheit nehmen kann. Gerade auch im persönlichen Kontakt.
Videocalls also. Diese sind ebenfalls Bestandteil meiner „unsichtbaren“, also nicht per Portfolio-Beitrag nach außen hin zeigbaren, Projekte: eine Stunde lang gemeinsam einen Text durchgehen oder darüber sprechen, warum TikTok als Marketing-Kanal zu dir passen könnte oder gemeinsam ein Thema aufdröseln …
Weil das immer wieder vorkam, habe ich mich entschieden, diese Video-„Sprechstunde“ als Papiervogel 1:1 ab 2023 auch regulär in mein Angebot mit aufzunehmen.
On the road: die Nicht-Messe in Leipzig und die FBM
Gerne wäre ich im buchigen Sinne mehr unterwegs gewesen, aber die zwei Events, auf denen ich war, gehören zu den schönsten Momenten des Jahres – und beide Male in Begleitung meiner lieben Freundin Jessica Iser, ihres Zeichens großartige Autorin dunkelschöner Phantastik. Die Nicht-Buchmesse im März in Leipzig und die Frankfurter Buchmesse im Oktober. Ein großartiges Wochenende im Frühling, ein wohltuender Tag im Herbst. Ich lasse die Bilder für sich sprechen:
The good, the bad … Von Durststrecken, Stolpersteinen und noch mehr Durststrecken
Es wäre gelogen, würde ich behaupten, dass im ersten Jahr meiner Selbstständigkeit alles nur rosig war. Würde ich lediglich in den höchsten Tönen von den positiven Seiten schwärmen und die dunkleren Momente weglassen. „Fake it til you make it“, wenn es nach außen so aussieht, als läuft alles, dann wird das schon irgendwann auch innen …
Das wäre nicht nur gelogen, das käme mir falsch vor. Wozu auch beschönigen? Nein, es war nicht immer leicht – und man könnte sagen, es gibt bessere Zeitpunkte, um in eine Vollzeit-Selbstständigkeit zu starten als in den 2020ern. Aber wann wären die in den letzten Jahren schon gewesen? Freiheit und Selbstbestimmung gehen eben auch Hand in Hand mit Unsicherheit und Durststrecken. Wenn im Sommerloch die halbe Buchbubble im Urlaub ist oder wenn zum Ende des Jahres die ganz fundamentale, existenzielle Angst, wie man wohl den Winter überstehen wird, plötzlich sehr real wird, wenn in beiden Phasen die Anfragen ausbleiben – wie viel Selbstbestimmung bleibt mir dann noch?
Ich kann nur versuchen, draus zu lernen. Meine Strategie für 2023 entsprechend anzupassen, eigene Fehler nicht wiederholen, mir ein stärkeres Sicherheitsnetz schaffen. Ich bin in einer wahnsinnig privilegierten Situation, ich „jammere“ also auf hohem Niveau – aber sehen wir der Realität ins Auge: Noch ein Jahr wie 2022 und dann war es das auch schon wieder mit der Vollzeit-Selbstständigkeit. Das ist kein Pessimismus und kein Überdramatisieren, das ist schlicht und ergreifend die Realität. Und ich sehe keinen Grund, hier irgendetwas zu beschönigen.
Ich gebe, was ich kann, damit dieser Fall nicht eintritt.
Weiterbildung, Weiterbildung, Weiterbildung: Marketingmagie und das ADM-Zertifikat „Freie Lektorin“
Ein Teil dessen – geben, was ich kann – ist auch kontinuierliche Weiterbildung. Ich bin der Überzeugung, dass man niemals an einem Punkt ankommt, an dem man sagen könnte: Jetzt weiß ich genug, ab jetzt kann ich mich zurücklehnen und brauche nie wieder etwas zu lernen. Ich würde an diesem Punkt gar nicht ankommen wollen, gäbe es ihn.
Fortbildung war ein großer Bestandteil meines ersten Business-Jahres, und das war von mir auch so gewollt und beabsichtigt. „Lektorin“, das ist keine geschützte Bezeichnung, so kann sich jede:r nennen. Ich habe an meine eigene Arbeit jedoch einen hohen Anspruch – von daher wollte ich auch das mit der Selbstständigkeit nicht einfach irgendwie angehen, sondern auf ein solides Fundament stellen. Dieses bestand für mich in diesem Jahr aus zwei großen Bausteinen:
Die Begleitung durch gleich zwei Mentorinnen in der Mastermind von Marketingmagie(was für eine schöne Alliteration). Andrea und Julia waren es, die mich, zusammen mit der Gruppe an anderen, komplett unterschiedlichen selbstständigen Frauen, zu großen Teilen bei der Stange gehalten haben, wenn es mal nicht so lief, die mit mir die Hochphasen gefeiert haben – und an deren Begleitung, handfestem Wissen und Tools sowie einem immer wieder wohltuenden kleinen Push über die eigene Comfort-Zone heraus ich stetig gewachsen bin. An euch alle ein großes Dankeschön!
Der zweite Baustein war mir von Anfang an besonders wichtig: die Zertifizierung „Freie Lektorin ADM“ durch die Akademie der Deutschen Medien. Über Zoom statt in Präsenz waren die drei Module dennoch nichts als großartig – was vor allem auch an der gelassen kompetenten und die Teilnehmenden stets empowernden Dozentin Irene Rumler lag. So nehme ich aus dem Kurs nicht nur das erwünschte Zertifikat mit, sondern vor allem auch das wunderbare Gefühl, mit meiner Berufswahl genau am richtigen Platz zu sein.
Beitritt im VfLL
Lange lag es auf meiner To-Do-Liste, immer aufgeschoben, bis ich einen selbstgesteckten Meilenstein erreicht haben würde (das oben erwähnte Zertifikat der ADM) – jetzt habe ich dieses Ziel als letztes in 2022 noch erreicht: den Beitritt im VfLL, dem Verband der freien Lektorinnen und Lektoren e. V.
Mein liebster eigener Blogartikel aus 2022
Blogartikel möchte ich im kommenden Jahr noch viel mehr schreiben. Diesen hier aus dem Jahr 2022 mochte ich besonders – und meine Lesenden wohl auch, denn er gehört immer noch zu denen, die am häufigsten geklickt werden:
Was 2022 sonst noch so los war
Natürlich bestand mein Jahr nicht nur aus meiner Selbstständigkeit. Nicht alles aus meinem persönlichen Leben möchte ich online teilen (und das ist total okay und sehr gesund so), aber ein paar Dinge erzähle ich doch ganz gerne auch an dieser Stelle.
Zwei Jahre lang haben mein Mann und ich das zweihundert Jahre alte Fachwerkhaus renoviert. Ach was, kernsaniert. Ursprünglich war die – rein kosmetische – Renovierung nur auf ein paar Monate angesetzt, aber alle, die schon einmal ein altes Haus renoviert haben, wissen, was jetzt kommt: etwas Unvorhergesehenes. Und noch etwas. Budget, Zeit und Nerven überstrapazierende Überraschungen. Und immer, wenn man denkt „Nur noch, bis …“, verschiebt sich das ersehnte Licht am Ende des Tunnels um weitere Wochen bis Monate. Wirklich fertig sind wir immer noch nicht – aber im Januar konnten wir endlich von unserem zweijährigen „Provisorium“, der viel zu engen Einliegerwohnung, in den oberen, sanierten Teil des Hauses umziehen. Das war erst einmal vor allem eines: verflucht surreal. Dieser Teil des Hauses war immer nur „die Baustelle“ – und plötzlich soll ich dort wohnen, mich zu Hause fühlen? Es kam nicht von heute auf morgen, dieses Gefühl, aber irgendwann war es da.
Und einen weiteren Traum konnte ich mir in diesem Haus endlich erfüllen (wenn auch aufgeschoben bis November): einen Schreibtisch, von dem aus ich in den Raum hineinblicke. Ich liebe es, hier zu sitzen! Jetzt setze ich mich morgens sogar noch ein Stückchen lieber an meinen Laptop.
Das Papiervogel Büro vor …
… und nach der Um- und ja, auch Aufräum-Aktion
Mein eigenes Schreiben liegt leider immer noch auf Eis – oder, märchenhafter ausgedrückt, im Dornröschenschlaf. Es fühlt sich jedoch kein bisschen märchenhaft an und ich könnte sehr dramatische Worte finden, würde ich zu diesem Thema in die Tiefe gehen. Es ist, als fehle ein entscheidender Teil meiner selbst.
In anderen Bereichen durfte ich jedoch weiterhin Geschichten erzählen, nämlich tanzend. Insgesamt viermal stand ich dieses Jahr auf einer Bühne und habe vor Publikum performt, davon zweimal im Stuttgarter Wizemann, einmal auf einer Competition in Hamburg (meiner ersten) und einmal bei einer kleinen Studio-Weihnachtsfeier. Jedes einzelne dieser Male war für sich genommen ein kleines großes Jahres-Highlight und ich bin sehr dankbar dafür, diese Leidenschaft ausleben zu können.
Meine Ziele für 2023
Was ist ein Jahresrückblick ohne den Ausblick? 2023 möchte ich nicht einfach auf mich zukommen lassen. Schon im November habe ich mir Zeit genommen, mein zweites Business-Jahr zu planen und Strategie und Ziele festzulegen. Vorläufig erst mal. Mir ist es wichtig, die richtige Balance zu finden aus festen, im besten Falle smarten Zielen und offen sein für Neues, mit dem Flow gehen.
Vorgenommen habe ich mir:
Da weitermachen, wo 2022 schon gut vorgelegt hat: spannende Buchprojekte für Lektorat & Korrektorat auf dem Schreibtisch haben und deren Entstehung begleiten, mich über das schöne Gefühl freuen, ein Belegexemplar aus dem Briefkasten zu holen
Mehr Blogartikel, mehr Newsletter schreiben. Auf Insta die Regelmäßigkeit des frühen Herbstes wieder etablieren – auch wenn Insta nicht mehr mein Haupt-Kanal sein soll.
Pinterest auch von der anderen Seite lernen (nicht nur als passive Nutzerin) und für Lektorat Papiervogel etablieren.
Eigene digitale Mini-Produkte rund ums Thema Selfpublishing anbieten – haltet die Augen offen, gleich im ersten Quartal in 2023 kann ich euch etwas zeigen, was ich im Herbst und Winter für euch vorbereitet habe.
Neue Ideen im Business ausprobieren. In diesem Jahr habe ich gelernt, die Augen offenzuhalten und ein offenes Ohr für die Bedürfnisse meiner Kund:innen zu haben. Mit Papiervogel 1:1 werden die Videocalls in 2023 fester Bestandteil meines Leistungsportfolios. Ebenfalls zwischen den Zeilen herausgelesen: Wie wäre es mit Coworking …?
Mir eine neue Zielgruppe erschließen: Ich habe inzwischen so viele Kontakte zu anderen Selbstständigen – und alle schreiben sie Texte für ihr Business. Als Lektorin kann ich da auf jeden Fall mit meinem Fachwissen weiterhelfen – und habe richtig Lust drauf. Wer jetzt leuchtende Augen bekommt: Stay tuned!
Mir mindestens ein Mal für ein paar Tage eine schöne Unterkunft an einem schönen Ort buchen und zum Arbeiten dorthin fahren. Workation, Retreat … Wie auch immer ich es nennen möchte – genau das!
Mein eigenes Schreiben wiederaufnehmen, nicht nur Lily von Lektorat Papiervogel sein, sondern auch Lily Magdalen, Autorin
Sportliche Ziele: endlich den Touchdown im Middlesplit & Pancake (in meinem Alter bedeutet das: eine Stretching-Routine etablieren – wünscht mir Glück. Nein, Durchhaltevermögen …), neue Geschichten auf der Bühne erzählen (ich möchte mich dieses Jahr endlich an eine Idee wagen, die mir all die letzten Jahre „zu groß“ erschien, um ihr gerecht zu werden. None of that anymore! Wirklich bereit ist man nie – also einfach machen!)
Persönliche Ziele: eine schnurrende Mitbewohnerin. Das wird möglicherweise sogar gleich im Januar in die Tat umgesetzt werden …
Ganze zehn Punkte bzw. Vögelchen sind das geworden. Wir dürfen gespannt sein, auf welche davon ich im Jahresrückblick 2023 mit einem Lächeln zurückblicken werde und mit dem guten Gefühl, etwas von dem erreicht zu haben, was ich mir vorgenommen habe. Und wo mich das Leben überraschen wird – am liebsten positiv.
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