Das Herz der Buchbranche schlägt in einem eigenen Rhythmus: Wusstest du, dass sich die Veröffentlichungs-Zeiträume der Publikumsverlage an den beiden großen Buchmessen in Deutschland ausrichten? Der Leipziger Buchmesse im Frühling – und der Frankfurter Buchmesse im Herbst. Doch diese ist längst nicht die einzige Veranstaltung zwischen September und November, die für dich als Autor:in interessant sein könnte. Der Herbst-Kalender hat es in sich!
Sechs Kurzgeschichten, zwei Gedichte und ein Fahrplan zum Herausgeben von Anthologien – so viele Veröffentlichungen kann Autorin und Herausgeberin Sarah Malhus bereits für sich verzeichnen. Darunter eine („What the Hel?“) komplett in Eigenregie via Selfpublishing. Sarah ist also bereits längst ein „alter Hase” in Sachen Schreiben und Veröffentlichen. Dennoch wagt sie sich jetzt für ihren Debütroman an einen neuen Veröffentlichungsweg. Statt zuerst zu veröffentlichen und dann zu hoffen, dass sie auch genügend Exemplare verkauft, macht sie es einfach andersherum: Crowdfunding soll es sein für Projekt Barde – der Arbeitstitel des Fantasy-Romans „Von Fabelwesen und Königen – Aus dem Leben eines Barden“. Dass das nicht das einzig Besondere an diesem Buch ist, verrät sie im Interview.
Autorin Sarah Malhus (Foto: Jens Bicker)
„Das Tempo gibt der Esel vor und die Geschichten die Menschen, die Aramil unterwegs trifft.”
Liebe Sarah, erzähl uns ein wenig über Projekt Barde: Was erwartet die Lesenden? Wem könnte es gefallen?
Sarah Malhus: Mein Buch „Von Fabelwesen und Königen – Aus dem Leben eines Barden“ handelt von Aramil Flitterer. Die Themen Freundschaft, (queere) Liebe, Hoffnung und Hilfsbereitschaft bilden das Hauptthema der Geschichte. Wer Abenteuer, aber auch gemütliche Abende in der Taverne mag, ist hier genau richtig. Wer mit Aramil unterwegs ist, begegnet allerhand Fabelwesen, hat einen Esel als besten Freund (eigentlich ist Herr von Grau der heimliche Held der Geschichte!) und sieht sich Herausforderungen gegenüber, die man nicht aller Tage hat (der König braucht ein Schlaflied!).
Ich wage mal zu behaupten, dass das Buch allen gefällt. Meine Testlesenden lesen alle unterschiedliche Genres und waren durchweg begeistert vom Barden. Das macht mir Hoffnung in Bezug auf die Meinung des breiten Publikums 😀
Das Buch ist in den Genres Low Fantasy und Slice of Life angesiedelt, was bedeutet, dass das Setting eher mittelalterlastig ist und man einen Einblick in das alltägliche Leben des Protagonisten hat. Also kein hektisches Reisen von A nach B nach C und einer epischen Schlacht am Ende. Das Tempo gibt der Esel vor und die Geschichten die Menschen, die Aramil unterwegs trifft.
Du hast dich entschieden, für die Veröffentlichung von Projekt Barde den Weg des Crowdfundings zu gehen. Wie kam es dazu?
Von Anfang an hatte ich klare Vorstellungen von der Gestaltung des Barden. Und da das Buch einen ungewöhnlichen Genremix hat, wusste ich nicht, ob ich mit ihm Erfolg bei einem Verlag haben würde. Da ich bereits einige Anthologien im Selfpublishing herausgebracht habe, war die Hürde, den Barden ebenfalls im Selfpublishing herauszubringen, nicht ganz so hoch. Und da Selfpublishing aber recht teuer ist – wenn man wie ich so ziemlich jede Dienstleistung mitnimmt, die es gibt –, kam recht schnell die Idee des Crowdfundings auf. Andere Schreibende wie I.B. Zimmermann, Ann-Kathrin Karschnik und Michaela Harich haben in jüngster Vergangenheit erfolgreich ihre Bücher gecrowdfunded, das hat mir Mut gemacht.
Einen Roman zu schreiben, ist eine großartige Leistung – ein Crowdfunding auf die Beine zu stellen, vermutlich nicht weniger herausfordernd. Hattest du Unterstützung oder hast du alles alleine konzipiert und erstellt?
Bei der Konzepterstellung für das Crowdfunding habe ich mir Zeit gelassen. Auch, weil ich mich selbst testen wollte, ob ich überhaupt die Planungsphase überstehe. Ich habe eine Exceltabelle erstellt, Angebote eingeholt, rumgerechnet, die sog. Level (Crowdfunding-Pakete) zusammengestellt und simuliert, wie ich das Ganze so attraktiv wie möglich gestalte. Das Ergebnis kann man auf meiner Projektseite auf Startnext sehen.
Hilfe hatte ich von Ann-Kathrin Karschnik a.k.a. Kuddel, die sich meine Kalkulation mehrmals angesehen und mir hilfreiche Ratschläge gegeben hat. Das war sehr hilfreich! Zudem stand mir Roxane Bicker stets mit einem Blick von außen zur Seite.
Für Projekt Barde hast du dir ein tolles Team an Dienstleistenden zusammengestellt. Wie kam es zu genau dieser Konstellation an Menschen?
Eine Illustration von Künstlerin luriusa für Projekt Barde
Mit Blick auf die Veröffentlichung des Barden habe ich im Oktober 2021 meine Kurzgeschichte „What the Hel?” herausgebracht, um den ganzen Ablauf einmal mit 60 Seiten zu erleben, bevor ich mich an 400 wage. Dabei habe ich das erste Mal mit Juliana Fabula und Laura Stadler zusammengearbeitet. Es lief alles absolut reibungslos, die Kommunikationswege waren kurz und beide sind sowieso großartige Menschen, was das Ganze noch besser gemacht hat.
Die Künstlerin luriusa hat sich damals auf meinen Aufruf auf Twitter gemeldet, als ich wen gesucht habe, der mir den Barden zeichnen kann. Ganz ehrlich, sie gebe ich nie wieder her! Ihre Werke, egal was es ist, sind ungemein eindrucksvoll.
Martina, ihres Zeichens Landkartenillustratorin, wurde mir von Anke Bergmann, einer befreundeten Autorin empfohlen.
Und zu dir, Lily, bin ich gekommen, weil ich dich in „Hic sunt dracones” mitveröffentlichen durfte und so wusste, dass du auch Lektorin bist. Ich hatte ein gutes Gefühl, was dich und den Barden angeht und ich freue mich schon sehr auf unser gemeinsames Lektorat, das uns quer durch Baldern führen wird.
Der Roman ist in 15 ineinander verwobenen Kurzgeschichten erzählt. Hast du diese außergewöhnliche Struktur bewusst gewählt oder hat es sich so ergeben?
Nachdem ich mein Erstlingswerk (das in der Schublade vor sich hin vegetiert) beendet hatte, schrieb ich erstmal nur Kurzgeschichten, weil ich nichts neues Großes anfangen wollte. Als mir dann der Barde in den Sinn kam, stand relativ schnell fest, dass er selbst die Geschichte erzählen wird. Und da Barden ihre Geschichten üblicherweise im Ganzen zum Besten geben, war das beste Kapitelformat die Kurzgeschichte. So war die Umgewöhnung von Kurzgeschichten hin zum Roman nicht ganz so krass. Es ist also halb bewusste Entscheidung, halb Fügung, dass der Roman so aufgeteilt ist.
Es findet sich bereits im Titel: Musik spielt eine große Rolle in Projekt Barde. Auch in deinem eigenen Leben?
Auf jeden Fall! Als Kind habe ich Pop gehört, bis ich mit 13/14 MTV entdeckte. Das erste Musikvideo, das ich jemals gesehen habe, war „In the end” von Linkin Park. Seitdem schlägt mein Herz für Metal. Von dort war der Weg zu Mittelalterrock – und zu meiner Lieblingsband In Extremo – nicht mehr weit. Ich höre vom Aufstehen bis zum Schlafengehen Musik, bei mir ist es wirklich selten still. Ich kann mich in Gitarrenriffs verlieren und liebe es, wenn mir auf Konzerten der Bass durch Mark und Bein geht. Ich glaub, das beantwortet die Frage, oder? ^^
Wenn wir noch mehr von Sarah Malhus lesen möchten: Was ist von dir als Autorin und Herausgeberin bislang erschienen – und hast du einen ganz persönlichen Tipp?
Mich kann man in einigen Anthologien finden. Meine persönlichen Lieblinge sind dabei meine Geschichte in „Das Dampfbein schwingen“ und „What the Hel?“.
Kurzgeschichte „Der Spiegelmörder“ in der Anthologie „München Legenden“ der Münchner Schreiberlinge
Kurzgeschichte „Zahltag“, Anthologie „Kürbisgemetzel“ der Münchner Schreiberlinge (auch Mit-Herausgeberin)
Gedicht „Herz“, Anthologie „Wanderpfade der Liebe“ der Münchner Schreiberlinge
Kurzgeschichte „Die Entdeckung der Rima Hadley“, Anthologie „Das Dampfbein schwingen“ des Verlags ohneohren
Kurzgeschichte „What the Hel?“ (SP über BoD)
Kurzgeschichte „Auszeit unter wid(d)rigen Bedingungen“ und Gedicht „Jagd“, Anthologie „Dunkle Nächte, stade Zeit.“ der Münchner Schreiberlinge
Kurzgeschichte „Die Ampel“, Spenden-Anthologie „Again and Again“
Eine Fee mit einem Zauberstab steht vor dir, die alles möglich machen kann, was du dir vorstellst: Was wünschst du dir für Projekt Barde?
Ich wünsche mir für den Barden, dass ihn möglichst viele Leute entdecken und mit ihm auf Reisen gehen. Ein Buch lebt davon, gelesen zu werden. So wie Aramil die Geschichten der Menschen erzählt, die er trifft, würde ich mich freuen, wenn er selbst in aller Munde wäre. Also, liebe Fee, ich hoffe, du hast Reichweite in deinem Repertoire!
Vielen Dank für das Interview, liebe Sarah! Ich wünsche dir allen Erfolg mit dem Crowdfunding von Projekt Barde – und freue mich schon sehr auf unsere Zusammenarbeit im Lektorat!
Klappentext Projekt Barde
»Wenn du Barde werden willst, musst du dir bewusst machen, dass du kein eigenes Heim haben wirst. Du bist tagsüber auf der Straße und abends überall da, wo ein Barde Publikum findet.«
Ein Lagerfeuer, eine Gruppe Reisender und ein Barde mit einer Menge Geschichten.
Als Zwangsrekrut einer blutigen Schlacht entkommen, sucht der junge Aramil eine sichere Zuflucht. Diese findet er bei einer Instrumentenbauerin, die ihn aufnimmt und sein Interesse für Musik weckt. Mit nichts als einem Esel und einer Laute macht Aramil sich auf die Reise, um ein Leben als Barde zu führen. Dabei begegnet er Fabelwesen, unterhält Könige, knüpft außergewöhnliche Freundschaften und lernt, was Glück für ihn bedeutet. Nach und nach verweben sich einzelne Geschichten zu einer klangvollen Sage: Wie ein einfacher Barde das Schicksal eines gespaltenen Königreichs beeinflusst.
An Aramils Lagerfeuer ist immer Platz. Setz dich dazu und lausche seinen Erzählungen.
Autorin Sarah Malhus (Foto: Jens Bicker)
„Die Themen Freundschaft, (queere) Liebe, Hoffnung und Hilfsbereitschaft bilden das Hauptthema der Geschichte. Wer Abenteuer, aber auch gemütliche Abende in der Taverne mag, ist hier genau richtig.“
Titel: Von Fabelwesen und Königen – Aus dem Leben eines Barden Autorin: Sarah Malhus Projektstand: Crowdfunding-Phase Erscheinungsdatum: voraussichtlich Q1/2023
Hi, mein Name ist Lily und ich … habe eine Leidenschaft für Origami? Nein, das ist es nicht. Ungeachtet der Bilder auf verschiedensten Unterseiten dieser Website gehört das Falten von Papierschiffchen und -kranichen nicht zu meinen Hobbys (vielleicht sollte ich es mal ausprobieren?) – aber woher kommt der Name Lektorat Papiervogel dann?
Lektorat und Korrektorat kennst du – sie gehören zu jedem professionellen Veröffentlichungsprozess dazu. Aber wusstest du, dass du bei Lektorat Papiervogel auch ein Manuskriptgutachten beauftragen kannst? Was ist ein Manuskriptgutachten, für wen ist es geeignet und wann ist der richtige Zeitpunkt dafür – nach der ersten Überarbeitungsrunde oder doch gleich, sobald die Rohfassung steht? Diese und weitere Fragen beantworte ich dir in diesem Beitrag.
Gerade wenn du die Veröffentlichung deines ersten Romans noch vor dir hast, kann das Thema Lektorat erst einmal Bauchkribbeln verursachen. Vorfreude einerseits, aber auch etwas Nervosität … Immerhin gehst du jetzt den nächsten Schritt mit deinem Selfpublishing-Projekt. Vielleicht versteckt sich in all dem Kribbeln auch ein wenig Angst vor diesem Schritt. Vielleicht kommen dir plötzlich Bedenken. „Aber was ist, wenn …”
Denn immer mal wieder hört man sie: Mythen rund ums Lektorat, Vorstellungen, die gar keine Schmetterlinge auslösen, sondern Bauchschmerzen. Vielleicht hast du sogar von anderen Autor:innen die eine oder andere „Horrorstory” gehört. Oder jemand kannte mal eine Person, die wiederum jemanden kannte, der …
In diesem Beitrag schauen wir uns gemeinsam weit verbreitete Mythen rund ums Lektorat deines Selfpublishing-Projektes an – und warum du dir keine Sorgen diesbezüglich machen brauchst.
Wer Jessica Isers Instagram-Account kennt, denkt sicher sofort an Witchcraft, Herbstliebe, Naturverbundenheit und eine leuchtend-dunkle Ästhetik. All das vereint auch der Debütroman der Darmstädter Autorin: „Deathbound”, Dark Fantasy Romance, erschienen bei BoD. Schon wenige Tage nach Release begeistert die Geschichte Liebhaber:innen dunkler Phantastik wie Genre-Neulinge gleichermaßen. Nicht umsonst landete Jessica Iser direkt unter den Top 12 der Liste „Beste*r Erstlingsautor*in eines Phantastik-Romans” für den Goldenen Stephan – und ist in der Kategorie „Bester Indie-Roman”nominiert für den Deutschen Phantastikpreis Seraph.
Jessi und mich verbindet seit vielen Jahren eine enge Freundschaft. Umso mehr habe ich mich gefreut, dass ich – damals noch unter meinem Autorinnen-Pseudonym Lily Magdalen – das Korrektorat für „Deathbound” übernehmen durfte. Ein großer Vertrauensbeweis, eine große Ehre und ein noch viel größeres Vergnügen! Darum gehört dieses Buch aus gleich mehreren Gründen zu meinen Jahreshighlights 2021.
„… wenn in eurer Schublade eine Herzensgeschichte steckt, dann holt sie vielleicht nochmal hervor.”
– Jessica Iser, Autorin „Deathbound”
Lektorat Papiervogel: Liebe Jessi, am 1. Oktober ist nach zahlreichen Kurzgeschichten nun auch dein Debütroman „Deathbound” erschienen. Was erwartet die Leser:innen denn mit dem Buch?
Jessica Iser: Kurz gesagt: eine Geschichte über Liebe und Tod. Wenn ich weiter aushole, fallen mir da einzelne Elemente ein, die das Buch als Gesamtes ausmachen; Wälder, Sumpf, Magie und Blut, übernatürliche Wesen und Untote, alles vor dem Hintergrund des Herbstes – das Sterben ist also allgegenwärtig. Kein Wunder, schließlich hat der Todbringer Letifer eigentlich die Aufgabe, Alys zu töten. Dass er das nicht tut, hat natürlich für alle Beteiligten Konsequenzen. Aber „Deathbound“ ist auch eine Geschichte über die eigenen Dämonen, Selbstsucht und Aufopferung. Und das Leben.
LP: „Deathbound” ist als Geschichte ja schon ein paar Tage alt. Magst du etwas über die verschlungenen Pfade von der ersten Idee bis zur Veröffentlichung erzählen?
JI: Ha, ja, allerdings, die Geschichte hat schon ein paar Jährchen auf dem Buckel. Die Erstfassung schrieb ich vor 13 Jahren im zarten Alter von 17. Damals war sie noch wesentlich kürzer und spielte in der Gegenwart – ich wollte eine Atmosphäre wie im Film „The Crow“ haben. Das hat nur mäßig funktioniert, haha, aber Parallelen sind auch heute bestimmt noch zu erkennen. Danach hat das Manuskript vor sich hin geschlummert. Die Neufassung in einer eigenen Fantasy-Welt schrieb ich erst einige Jahre später unter dem Arbeitstitel „Der Todbringer“ und beendete sie 2016. Seitdem ist ja auch wieder viel Zeit vergangen und „Deathbound“ hat nochmal eine Generalüberholung bekommen, im Herzen bleibt die Geschichte jedoch dieselbe.
LP: Ein unglaubliches Durchhaltevermögen, das du da an den Tag gelegt hast, wow! Würdest du rückblickend alles nochmal genauso machen?
JI: Ich glaube, ich kann guten Gewissens mit „Ja“ antworten. Natürlich hätte ich mir gewünscht, dass es nicht so lange hätte dauern müssen, bis „Deathbound“ in die Welt hinaus darf. Ich wünschte, ich hätte nicht jahrelang mit der Verlagssuche und dem Warten auf Antworten verbringen müssen. Trotzdem bin ich froh darüber, denn es gab auch mehrmals Interesse am Manuskript und auch wenn dann aus verschiedenen Gründen nichts daraus wurde, hat es mir doch Vertrauen in meine Geschichte und mein Können gegeben. Die Gewissheit, dass es Menschen gibt, die mein Buch tatsächlich gut finden, hat unter anderem vielleicht auch zu dem mutigen Schritt beigetragen, ins Selfpublishing zu gehen. Und ich habe auf der langen Reise letztendlich viel gelernt: übers Schreiben, über Verlage und Selfpublishing, aber auch über meine Geschichte und über mich selbst. Das Buch und ich haben uns beide während dieser Zeit weiterentwickelt und das war, denke ich, gut so. Daher möchte ich auch anderen Schreibenden mitgeben: Manche Geschichten brauchen Zeit. Ihr seid nicht zu langsam, es gibt nicht das richtige Tempo. Und wenn in eurer Schublade eine Herzensgeschichte steckt, dann holt sie vielleicht nochmal hervor.
LP: Für deine Veröffentlichung hast du mir deinen Roman im Korrektorat anvertraut. Welche Erfahrungen nimmst du aus der Zusammenarbeit mit?
JI: Ich sage es nur ungern, aber selbst nach unzähligen Überarbeitungsrunden und dem Lektorat sind noch Augen durch mein Manuskript gewandert – viele Autor:innen werden wissen, wovon ich spreche, haha. Umso wichtiger, dass nochmal ein reales Augenpaar über den Text schaut. Das Korrektorat war für mich unerlässlich, um den Text nochmal zu schleifen. Man sieht eben selbst irgendwann den Wald vor lauter Bäumen – oder den Text vor lauter Buchstaben – nicht mehr.
Besonders schön war es natürlich, dass ich für die abschließende Arbeit am Text mit dir nochmal jemanden an meiner Seite hatte, der die Geschichte und mich kennt. Ich konnte mit dir über seltsame Rechtschreib- und Grammatikregeln diskutieren und dabei Neues dazulernen (ich komme noch nicht so richtig über „auf allen vieren“ [statt „auf allen Vieren“] hinweg). Und ich bin mir sicher, dass noch viele andere Autor:innen von deinem Fachwissen profitieren werden.
LP: „Deathbound” ist ziemlich düster – und wenn man deinen Instagram-Account so anschaut, bekommt man den Verdacht: Das kommt nicht von ungefähr … Hast du einen Bezug zur Schwarzen Szene?
JI: Ich habe früher immer gesagt: „Wenn man mich schon in eine Schublade stecken möchte, dann passt Grufti vielleicht am besten.“ Ich liebe die Musik, die Kleidung, die Ästhetik und die Atmosphäre in den Szene-Clubs. Interessant finde ich übrigens, dass es manchmal auch von Kolleg:innen bei der Arbeit kommentiert wird, wenn ich etwas auffallend Buntes trage und warum ich kein Schwarz anhabe – dabei trage ich im Alltag gar nicht mal so oft ausschließlich Schwarz. Aber anscheinend strahle ich da irgendwas aus [insert resting witch face]. Und das spiegelt sich, denke ich, teilweise auch in meinen Geschichten wider. Für diejenigen, die die „Deathbound“-Playlist kennen oder die Widmung und Danksagung gelesen haben, wird es auch kein Geheimnis sein, dass Gothic Metal einen nicht unerheblichen Einfluss auf das Buch hatte.
LP: „Deathbound” ist ja erst der Anfang und ich bin sicher, wir werden noch viel mehr von dir lesen können in den nächsten Jahren. Verrätst du uns, woran du gerade schreibst – und welche spannenden Projekte im nächsten Jahr sonst noch anstehen?
JI: Derzeit schreibe ich an einem Portal Fantasy Roman, über den ich unter dem Hashtag #Herbstprojekt manchmal erzähle. Viel kann ich noch nicht verraten, aber wie der Hashtag bereits erahnen lässt, spielt der Herbst eine zentrale Rolle, ebenso wie eine Parallelwelt neben unserer (darum auch Portal Fantasy), vier verfluchte Geschwister, Dämonen und eine moderne Wicca-Hexe, die da irgendwie mit hineingezogen wird.
Wenn das beendet ist, warten auch schon die nächsten Romanideen und ein sehr spannendes Geheimprojekt, zu dem ich eingeladen wurde. Ganz besonders freue ich mich aber auf unsere weitere Zusammenarbeit als Herausgeberinnen der nächsten Nikas Erben-Anthologie. Das nächste Jahr wird vielseitig!
Vielen Dank für das Interview, liebe Jessi! Ich wünsche dir nur das Allergroßartigste für dein Romandebüt und freue mich auf alles, was noch kommt!
Klappentext
Sterben ist ihr Schicksal. Töten ist seine Bestimmung. Sie sind durch den Tod verbunden.
Niemand überlebt die Begegnung mit einem Todbringer. Doch als Letifer das Leben der jungen Alys verschont, ahnt er noch nicht, welchen Sog aus Leidenschaft, Hexerei und Gewalt er damit entfesselt. Denn er ist nicht der einzige Todbringer – und Alys nicht die, für die sie sich ihr Leben lang gehalten hat. Während ihre Welt aus den Fugen gerät, muss sie erkennen, dass der Eingriff in ihr Schicksal finstere Konsequenzen hat. Der Überlebenskampf beginnt …
Ist Liebe wirklich stärker als der Tod?
„‚Deathbound‘ ist auch eine Geschichte über die eigenen Dämonen, Selbstsucht und Aufopferung. Und das Leben.“